Nach dem Shooting mit Lina bat ich sie darum, mal aus ihrer ganz eigenen Sicht den Nachmittag zu beschreiben. Und ich war überrascht, denn ich hatte ja keine Ahnung davon, was den Mädels bei meinem Besuch so durch den Kopf geht. Wobei ich im nachhinein wahrscheinlich auch nicht anders wäre und mir die gleichen Gedanken machen würde bezüglich der Wohnung und ob mein Make-up sitzt und wie ich nun in die Kamera schauen soll ;-)
Trödel trifft (Nicht-) Topmodel
Manchmal ist es ja wirklich Schicksal, wie man an Dinge kommt. Oder in diesem Fall vielmehr an Menschen. An Michaela.
Über eine Trödelgruppe im Internet kamen Mutter, Schwester und Freundin an alte Fundstücke und ich wurde über Ihren Blog aufmerksam auf Ihren Aufruf, dass sie Mädels für ihre Homestories sucht.
„Soll ich oder soll ich nicht mal hinschreiben?“ dachte ich. Ich sollte und es war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. Ich meine, welches Mädchen träumt nicht von professionell geschossenen Fotos, die auch noch in den eigenen 4 Wänden aufgenommen werden? Ein Set am Strand von Bali wäre auch nicht verkehrt gewesenen, aber dann hätte man das ganze ja nicht eine private Homestory nennen können .
Nach mehrmaligem wetterbedingtem Verschieben des ausgeguckten Termins stand Michaela dann mit Ihrem riesigen Reisekoffer (ich dachte sie will nur Fotos machen und nicht direkt bei mir einziehen?!) in meiner Wohnung und ich wusste Anfangs nicht wirklich wohin mit mir.
Wohnungsbesichtigung? Direkt loslegen? Erst einmal Kaffee trinken? Wie sehe ich eigentlich aus? Gefällt ihr überhaupt meine Wohnung?
Tausende Fragen schossen durch meinen Kopf. Ok, am besten wirklich erst einmal Kaffee kochen, hinsetzen und durchatmen.
Als wir es uns dann gemütlich gemacht hatten und die ersten paar Worte wechselten, war es auf einmal, als gäbe es nichts anderes auf der Welt und als kenne man sich schon Ewigkeiten. Beim erzählen und quatschen richtete sie immer wieder die Kamera auf mich und drückte ab. Anfangs noch total ungewohnt – ich wusste ja gar nicht wie ich gucken sollte
– vergaß ich mehr und mehr, dass ich immer wieder das Objekt Ihrer Linse wurde.
Michaela hat eine wirkliche Gabe. Sie hat nicht nur ein unglaublich ausgeprägtes Auge für Details sondern auch eine Sensibilität mit einem umzugehen und einem permanent das gute Gefühl zu geben, in ihrer Anwesenheit zu hundert Prozent sich selbst zu sein.
So wurde es zu einem richtigen Mädchen-Nachmittag, nur dass Michaela mich das ein oder andere Mal nicht durch Ihre Augen sondern durch Ihre Kamera anschaute und mir nicht gegenüber saß sondern doch meistens mit etwas Abstand auf dem Fussboden. Dann ging es vom Esstisch auf die Couch, ins Schlafzimmer und übers Badezimmer wieder zurück auf den Schaukelstuhl. Michaela folgte und wischte dabei immer wieder mit Ihrer schwarzen Hose die peinlichen Staubecken meiner Wohnung. Mein Fußboden war danach sauber – ihre Hose jedoch nicht mehr.
Als wir dann auf einmal auf die Uhr schauten und es schon 5 Stunden später war, konnten wir beide kaum fassen, wie schnell die Zeit vergangen war. Da mein Kuchen doch nicht wirklich gereicht hatte und die Mägen vor lauter Fotos Knipserei schon knurrten, sind wir danach sogar noch beim Spanier was Essen gegangen… so richtig konnten wir uns irgendwie nicht trennen und ein deftiges Essen hatten wir uns beide nach so viel Arbeit wirklich verdient.
Ab dem Moment war ich so unglaublich gespannt, wie die Fotos geworden sind und konnte mir eigentlich noch gar nicht wirklich vorstellen, ob die Homestory letztendlich auch transportieren würde, wie wir den Nachmittag verbracht haben.
Als ich jedoch schon 3 Tage später – Michaela hatte mich eigentlich auf 2 Wochen vorbereitet – die Fotos sehen durfte, war ich völlig aus dem Häuschen und konnte gar nicht fassen, wie unglaublich schön und vor allem echt die Fotos geworden sind.
Ich war sogar etwas gerührt und total erstaunt darüber mich selber mal aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen zu können.
Ich kann wirklich sagen, dass jeder der das Privileg hat vor Michaelas Kamera zu stehen, im Nachhinein nicht nur ein paar einfache Fotos von sich bekommt, sondern Momentaufnahmen, die mehr als nur eine äußere Fassade zeigen. Vielmehr – und das war auch die bisherige Resonanz auf die Bilder – hat man das Gefühl dabei gewesen zu sein.
So und nun werde ich sicherlich noch tausende Male meine eigene Homestory anschauen und mich dabei an einen wunderschönen, witzigen und für mich einzigartigen Tag mit Michaela erinnern. Ich freue mich jetzt schon total auf alle Homestories, die noch kommen und die mit absoluter Sicherheit mindestens genauso toll werden… ♥
Lina
gut gemacht!!! ;)